Berufsunfähigkeitsrente BU und Einkommenssteuer

Erik Oppermann, hc consulting AG

Bei den Versicherungen zur Arbeitsabsicherung spielt neben dem Krankengeld (bzw. bei der Privaten Krankenversicherung, PKV, das Krankentagegeld KT) die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) eine entscheidende Rolle. Im Gegensatz zum steuerfreien Krankentagegeld der PKV wird eine BU-Rente besteuert.

Eine Berufsunfähigkeitsrente ist steuerpflichtig. Mit dem Alterseinkünftegesetz aus dem Jahr 2005 gilt das sogenannte Drei-Schichten-Modell in der Altersversorgung. Schicht Eins gilt als Basisversorgung. Die Renten aus Schicht Eins sind nicht beleihbar, nicht übertragbar, nicht vererbbar, nicht kapitalisierbar und nicht veräußerbar. Hierzu zählen die gesetzliche Rentenversicherung, Versorgungswerke und die Rürup-Rente. Beiträge zu diesen Renten können steuerlich abgesetzt werden, die spätere Rentenzahlung muss dafür aber versteuert werden. Zusätzliche kapitalgedeckte Versorgungen werden der Schicht Zwei zugeordnet. Die betriebliche Altersversorgung (bAV) und die Riesterrente zählen dazu. Geld kann bei Bedarf zu einer bestimmten Quote aus der kapitalgedeckten Altersversorgung bzw. aus dem Deckungsstock entnommen werden. Die Renten sind voll zu versteuern, Beiträge werden vom jeweiligen Betrieb als Beitragszahler steuerlich geltend gemacht. Schicht Drei steht für die private Altersversorgung. Beiträge werden aus schon versteuertem Geld bezahlt, im Gegenzug dazu werden Renten aus privaten Rentenversicherungen nur gering mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört dazu.

Die Höhe der Besteuerung einer privaten BU-Rente ist abhängig von der maximal möglichen Laufzeit der Berufsunfähigkeitsrente. Beispielsweise liegt der Ertragsanteil einer 35 Jahre alten Person die eine BU-Rente bis zum Endalter von 67 Jahren bezieht, bei 32 %. Wird dieselbe Person aber erst mit 60 berufsunfähig und kassiert von der Höhe nach dieselbe monatliche Altersrente, so beläuft sich der Ertragsanteil auf lediglich 8 %. Wäre beispielsweise die Rente 1000 € im Monat, müssten im ersten Fall 3840 € pro Jahr (12 mal 1000 ergibt 12000, davon 32 % ergibt 3840) und im zweiten lediglich 960 € steuerlich veranlagt werden. Da von dem zu versteuernden Einkommen noch der Grundfreibetrag abgezogen wird (für das Jahr 2019 liegt der Grundfreibetrag für Ledige bei 9168 €), wären beide Fälle mit Null Euro zu besteuern. Liegen allerdings noch weitere steuerpflichtige Einnahmen vor (z.B. Mieteinnahmen), könnten die Einkünfte aufgrund der Progression steuerpflichtig werden. Die gesamte Liste der Ertragsanteilsbesteuerung lässt sich aus der Einkommenssteuer-Durchführungsverordnung (EStDV) entnehmen.

Zur Vollständigkeit sei noch erwähnt, dass eine BU-Rente aus Schicht Eins mit dem sogenannten Besteuerungsanteil zu versteuern ist, der über die nächsten Jahre bis 2040 auf volle 100 % angehoben wird, siehe Einkommenssteuergesetz (EStG) unter § 22 Nr. 1 S. 3a aa. Kommt die Berufsunfähigkeitsrente aus der Schicht Zwei, gibt es unterschiedliche Besteuerungsmöglichkeiten. Stammt die BU-Rente noch aus einer alten Direktversicherung nach § 40 b EKStG, wird diese mit dem Ertragsanteil besteuert. Liegt bei der Rente eine jüngere Direktversicherung nach § 363 EStG vor, ist diese voll zu versteuern.

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