© hc consulting AG 01.2026

Zweiklassenmedizin in Deutschland?

In einem Beitrag auf pkv.de von Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Direktor des Berliner Unfallkrankenhauses, wird dieses alte Thema erfrischend und erhellend behandelt.

Nein, es gibt keine Zweiklassenmedizin durch das Nebeneinander von GKV und PKV. Alle Patienten werden sehr gut versorgt, auch gerade durch den Ideenwettbewerb im dualen System aus privater Krankenversicherung und gesetzlicher Krankenkasse. Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Alle Bürger sind versichert, es gibt keine Ausnahmen oder Ausschlusskriterien, die Wartezeiten sind kurz und die Qualität der Behandlung ist hoch. Das spiegelt sich zum Beispiel in unserer hohen Lebenserwartung (unabhängig vom Versicherungsstatus) wieder. Schwachstellen werden von der Politik immer wieder nachjustiert. Beispiele sind die Sozialtarife der PKV, die Versicherungspflicht für alle oder der kostenlose PKV-Tarifwechsel gem. § 204 VVG.

In einem Einheitssystem wie der Bürgerversicherung würden die Versicherungsleistungen eingefroren oder abgebaut. Man blicke nach England. Hier hat die Bürgerversicherung zum realen Zweiklassensystem geführt. Die Leistungen der staatlichen Versicherung sind bei langen Wartezeiten nicht gut, wer kann bezahlt aus der eigenen Tasche. Wer kein Geld hat, wartet Monate auf wichtige OP-Termine.

In jedem denkbaren Bereich unseres Lebens erwarten wir alternative Angebote. In wirklich jedem Bereich. Ausgerechnet bei der medizinischen Versorgung und der dazu erforderlichen Finanzierung soll es nur noch ein einziges System geben? Da sträubt sich der gesunde Menschenverstand.  Das Thema Bürgerversicherung ist populistisch und dient Teilen der Politik im immerwährenden Wahlkampf um über scheinbare Neiddebatten Stimmen zu erhalten. Die Diskussion über die Finanzierung unseres Gesundheitswesens sollte sensibler geführt werden.

Wer als PKV-Kunde meint, seine persönlichen Versicherungsbeiträge würden durch die Einführung einer Bürgerversicherung günstiger, irrt sich genau wir der GKV-Kunde, der denkt, dass die GKV für ihn nach der Abschaffung der PKV billiger wird. Never change a winning team and ever optimise a running system.

 

Mann mittleren Alters mit grauem Haar und blauen Augen in einem hellblauen Hemd schaut in die Kamera, hellgrauer Hintergrund.

Autor: Ferdinand Halm

PKV Sachverständiger

Ferdinand Halm ist seit über drei Jahrzehnten in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu Hause. Als Sachverständiger und Berater der hc consulting AG analysiert er PKV‑Strukturen, Tarife und typische Fallstricke – mit der Verlässlichkeit bewährter Vorgehensweisen. Seine Unabhängigkeit von Versicherungsunternehmen und seine praxisnahe Herangehensweise schaffen Transparenz in einem Markt, der für viele nur schwer nachvollziehbar ist.

Auf Grundlage einer Ausbildung zum Versicherungsfachmann und eines Jurastudiums ist Herr Halm seit 1990 als Sachverständiger für die Private Krankenversicherung tätig. Seine Arbeitsweise prägt die Beratungsstandards der hc consulting AG und wurde in der Fachpresse – unter anderem mehrfach in Stiftung Warentest (Finanztest) – aufgegriffen.

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