Private Krankenversicherung im Rentenalter: Das müssen Rentner wissen

🕐 8 Min. Lesedauer

Die private Krankenversicherung bereitet vielen Rentnern mit zunehmendem Alter buchstäbliche Kopfschmerzen. Grund sind die stetig steigenden Beiträge, die anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung einkommensunabhängig berechnet werden. Ihr Monatsbeitrag steigt also auch dann, wenn Ihre Rente kaum angepasst wird. Wenn Sie sich fragen, wie Sie Ihre PKV im Rentenalter bezahlbar halten, sind Sie hier richtig: Wir erklären Ihnen, warum die Kosten im Alter steigen, welchen Zuschuss Sie erhalten und wie ein Tarifwechsel innerhalb Ihrer bestehenden Versicherung wirkt. Als unabhängige Informationsstelle stehen wir dabei ausschließlich auf Ihrer Seite und verkaufen Ihnen keine Versicherung.

Das Wichtigste in Kürze

Bevor wir in die Details gehen, hier der Schnelleinstieg in die wichtigsten Themen für privatversicherte Rentner. So erfassen Sie die zentralen Punkte auf einen Blick, bevor Sie die einzelnen Themenbereiche vertiefen.

Private Krankenversicherung im Rentenalter

In der PKV gibt es Jahr für Jahr eine Beitragsanpassung in den verschiedenen Tarifen. Für Sie als Rentner bedeutet das eine Erhöhung des Monatsbeitrages im Jahresrhythmus. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist Ihr PKV-Beitrag einkommensunabhängig. Der Beitrag erhöht sich also auch dann, wenn Ihre Rente nicht angepasst wird. Erfahrungsgemäß fällt eine Rentenerhöhung zudem deutlich niedriger aus als die Anpassung Ihres PKV-Monatsbeitrages.

Hinzu kommt in unregelmäßigen Abständen mit der Erhöhung des Selbstbehaltes eine weitere, indirekte Beitragserhöhung. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Ein Wechsel zurück in die GKV ist Ihnen als Rentner in aller Regel nicht möglich, denn diese Tür schließt sich üblicherweise bereits mit dem 55. Lebensjahr. Bei der jetzigen Gesetzeslage bleiben Sie also Zeit Ihres Lebens privatversichert.

Mit dem 65. Lebensjahr ergibt sich zunächst eine leichte Beitragsentlastung, weil ab diesem Zeitpunkt Ihre gebildeten Altersrückstellungen anteilig auf den künftigen Beitrag angerechnet werden. Dieser Einmaleffekt ist eine Hilfe, wird jedoch durch spätere Anpassungen schnell wieder aufgezehrt. Um nicht in den Notlagentarif abzurutschen, ist ein Tarifwechsel innerhalb Ihrer bestehenden PKV der sinnvollste Weg, Ihre Kosten dauerhaft zu senken, ohne wertvolle Rückstellungen zu verlieren.

Wie hoch sind die PKV-Beiträge ab 65 Jahren?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn Ihr Beitrag hängt vom gewählten Tarif, dem Leistungsumfang, dem Selbstbehalt und Ihrem Eintrittsalter ab. Fest steht: Ab dem 65. Lebensjahr entlasten die angesparten Altersrückstellungen Ihren Beitrag, gleichzeitig wirken die jährlichen Beitragsanpassungen dagegen. Die folgende, rein illustrative Beispielrechnung zeigt das Prinzip.

€ Beispielrechnung

PKV-Beitrag ab 65: Beispielrechnung

PKV-Monatsbeitrag vor dem 65. Lebensjahr

780 €

Entlastung durch Altersrückstellungen ab 65

−60 €

Beitrag nach Entlastung

720 €

abzüglich Zuschuss der Rentenversicherung (illustrativ)

−85 €

verbleibende monatliche Eigenbelastung

635 €

Hinweis: Die genannten Zahlen sind reine Beispielwerte zur Veranschaulichung des Prinzips und keine Zusage. Ihr tatsächlicher Beitrag kann deutlich abweichen.

Entscheidend für die Höhe Ihrer verbleibenden Belastung sind vor allem der Zuschuss der Rentenversicherung und die Frage, ob innerhalb Ihres Tarifs noch Einsparpotenzial über einen Wechsel besteht.

Beitragszuschuss für Rentner in der PKV

Als privatversicherter Rentner haben Sie Anspruch auf einen Beitragszuschuss der gesetzlichen Rentenversicherung, vergleichbar mit dem früheren Arbeitgeberzuschuss. Anders als bei gesetzlich Versicherten wird dieser jedoch nicht automatisch gezahlt, Sie müssen ihn aktiv beantragen.

ℹ  Infobox

So funktioniert der Zuschuss der Rentenversicherung

Der Zuschuss wird prozentual anhand Ihrer Bruttorente berechnet und ist auf den halben Beitrag begrenzt, den Sie tatsächlich für Ihre PKV zahlen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung können privat Versicherte derzeit 8,55 % ihrer Bruttorente als Zuschuss erhalten. Den Antrag stellen Sie zusammen mit Ihrem Rentenantrag oder nachträglich bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Beihilfeberechtigte Rentner zahlen zudem nur einen ermäßigten Beitrag. Prüfen Sie daher unbedingt, ob Sie den Zuschuss vollständig ausschöpfen, denn er senkt Ihre monatliche Belastung spürbar.

Basistarif und Standardtarif als Alternative

Wenn Ihr Beitrag im Alter zur Belastung wird, stehen Ihnen zwei gesetzlich geregelte Auffangtarife offen. Beide bieten einen Leistungsumfang, der dem der gesetzlichen Krankenversicherung ähnelt, und begrenzen Ihren Beitrag nach oben.

⇄ Tarifvergleich

MerkmalBasistarifStandardtarif
Offen fürgrundsätzlich alle PrivatversichertenVerträge mit Abschluss vor 2009
Beitragsobergrenzemaximal der GKV-Höchstbeitragmaximal der GKV-Höchstbeitrag
Leistungsniveauvergleichbar mit der GKVvergleichbar mit der GKV
Gesundheitsprüfungkeinekeine

Beide Tarife sind grundsätzlich eine Absicherung nach oben. Bevor Sie in den Basistarif wechseln, sollten Sie prüfen, ob ein regulärer Tarifwechsel innerhalb Ihrer Versicherung Ihnen nicht bessere Leistungen zu einem tragbaren Beitrag bietet.

Welche Krankenversicherung ist die beste für über 65-Jährige?

Die beste Lösung hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, denn eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Wer bereits privatversichert ist, bleibt es in aller Regel und sollte den Fokus auf die Optimierung des bestehenden Vertrags legen, statt über einen Wechsel des Versicherers nachzudenken.

Ein Anbieterwechsel ist für Sie meist keine gute Idee, weil dabei Ihre über Jahrzehnte gebildeten Altersrückstellungen verloren gehen. Deutlich sinnvoller ist der Tarifwechsel innerhalb Ihrer eigenen Gesellschaft nach § 204 VVG: Sie behalten Ihre Rückstellungen, es gibt keine erneute Gesundheitsprüfung und Sie können Ihren Beitrag oft spürbar senken. Genau hier setzt unsere Beratung an.

Was gilt für Pensionäre?

Als Beamter oder Pensionär gelten für Sie besondere Regeln, weil Sie in der Regel beihilfeberechtigt sind. Die Beihilfe übernimmt einen prozentualen Anteil Ihrer Krankheitskosten, den Rest decken Sie über eine private Krankenversicherung ab.

ℹ  Infobox

Beihilfe und PKV im Ruhestand

Als Pensionär steigt Ihr Beihilfesatz häufig auf 70 %, sodass sich Ihr abzusichernder Anteil über die PKV verringert. Sie versichern also nur die verbleibende Lücke privat. Auch für beihilfekonforme Tarife gilt: Ein Tarifwechsel innerhalb Ihrer Versicherung kann den Beitrag senken, ohne dass Sie Ihren Beihilfeanspruch oder Ihre Altersrückstellungen gefährden.

Experten-Tipp von Ferdinand Halm

Aus meiner langjährigen Praxis als PKV-Sachverständiger weiß ich: Viele Rentner nehmen steigende Beiträge als unabänderlich hin und übersehen den wirksamsten Hebel.

Mein Rat für privatversicherte Rentner

Prüfen Sie zuerst, ob Sie den Beitragszuschuss der Rentenversicherung voll ausschöpfen. Prüfen Sie danach den Tarifwechsel nach § 204 VVG innerhalb Ihrer eigenen Gesellschaft. So senken Sie Ihren Beitrag, ohne Ihre über Jahrzehnte aufgebauten Altersrückstellungen zu verlieren. Einen Anbieterwechsel rate ich Ihnen im Alter grundsätzlich ab.

Ferdinand Halm

PKV-Sachverständiger seit 1990 · Vorstand hc consulting AG

→ Ihr nächster Schritt

Sie möchten wissen, ob Ihr PKV-Beitrag im Ruhestand bezahlbar bleibt? Lassen Sie Ihren Tarif kostenlos prüfen.

HC Consulting prüft Ihre Möglichkeiten für einen internen PKV-Tarifwechsel nach § 204 VVG: unabhängig, unverbindlich und für Sie zu 100 % kostenlos.

? Häufige Fragen zur PKV im Rentenalter

Wie viel kostet die private Krankenversicherung für Rentner?

Eine pauschale Summe gibt es nicht, da Ihr Beitrag von Tarif, Leistungsumfang, Selbstbehalt und Eintrittsalter abhängt. Ab dem 65. Lebensjahr entlasten Altersrückstellungen den Beitrag, jährliche Anpassungen wirken jedoch gegenläufig. Zusammen mit dem Zuschuss der Rentenversicherung ergibt sich Ihre tatsächliche Belastung.

Sie tragen Ihren PKV-Beitrag grundsätzlich selbst. Auf Antrag erhalten Sie jedoch einen Beitragszuschuss der Deutschen Rentenversicherung, der einen Teil der Kosten abdeckt. Beihilfeberechtigte Pensionäre zahlen zusätzlich nur den nicht durch die Beihilfe gedeckten Anteil.

Ein regulärer Neuzugang in die PKV ist im Rentenalter kaum noch möglich und wirtschaftlich selten sinnvoll. Umgekehrt ist auch der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ab 55 Jahren in aller Regel nicht mehr möglich. Wer privatversichert ist, bleibt es normalerweise dauerhaft.

Der Beitrag im Basistarif ist gesetzlich nach oben begrenzt und übersteigt den GKV-Höchstbeitrag nicht. Der Basistarif ist eine Absicherung nach oben, bevor Sie ihn wählen, sollten Sie prüfen, ob ein regulärer Tarifwechsel bessere Leistungen zu einem tragbaren Beitrag bietet.

Ab 65 senken die angesparten Altersrückstellungen Ihren Beitrag, gleichzeitig wirken die jährlichen Beitragsanpassungen entgegen. Die konkrete Höhe hängt stark von Ihrem Tarif ab. Ein Tarifwechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft ist häufig der wirksamste Weg, den Beitrag zu senken.

Es gibt keine allgemein beste Lösung, entscheidend ist Ihre persönliche Situation. Wer bereits privatversichert ist, fährt in der Regel am besten damit, den bestehenden Vertrag über einen Tarifwechsel zu optimieren, statt den Versicherer zu wechseln und Altersrückstellungen zu verlieren.

Kontaktieren Sie uns!

Sie fragen sich, ob Ihr PKV-Beitrag im Ruhestand bezahlbar bleibt? Als unabhängige Informationsstelle mit fast 40 Jahren Erfahrung prüfen wir für Sie kostenlos, welches Einsparpotenzial ein Tarifwechsel innerhalb Ihrer bestehenden Versicherung bietet. Unsere Beratung ist 100 % kostenlos, wird aus dem Verwaltungsaufwand der PKV finanziert und ist jederzeit ohne Bindung kündbar. Rufen Sie uns unter 0221 37991961 an oder melden Sie sich direkt online an.

AUTOR: FERDINAND HALM

✓ Ferdinand Halm
PKV-Sachverständiger der hc consulting AG

Ferdinand Halm ist PKV-Sachverständiger der hc consulting AG und seit 1990 auf die private Krankenversicherung spezialisiert. Als unabhängiger Berater vertritt er ausschließlich die Interessen der Versicherten. In mehr als drei Jahrzehnten hat er zahlreiche Mandanten bei Tarifwahl, Tarifwechsel nach § 204 VVG und Beitragsoptimierung begleitet. Die Stiftung Warentest Finanztest erwähnt die hc consulting AG zum PKV-Tarifwechsel als kostenlosen Anbieter.

Inhaltsverzeichnis

Kostenlose PKV-Beratung

100 % kostenlos · jederzeit kündbar · verfügbar für 14 PKV

✓ 98 % Zufriedenheit · 1.639 Bewertungen

Verwandte Ratgeber

Widerruf Anmeldung

PKV Tarife – Das Tarifverzeichnis

Haftungsausschluss für das PKV Tarifverzeichnis