Bürgerversicherung

 

Video Bürgerversicherung, PKV

 

Die Bürgerversicherung ist ein Reformansatz in unserem Gesundheitssystem, der hauptsächlich von der SPD, den Grünen, der Linkspartei und von mehren Arbeitnehmerverbänden favorisiert wurde. Das Konzept einer Bürgerversicherung wurde im Jahre 2003 von der Rürup-Kommission mit Unterstützung vom Kölner Wirtschaftsprofessor Dr. Lauterbach gestaltet. Allerdings spielte die Bürgerversicherung in der Regierungserklärung der Koalition keine Rolle mehr. Die Bürgerversicherung blieb im Koalitionsvertrag unerwähnt.

Was aber würde dieser Reformansatz für unser deutsches Krankenversicherungssystem bedeuten? Ziel der Bürgerversicherung soll eine gerechte Finanzierung des Gesundheitswesens unter Mitwirkung aller Bürger sein, die in gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen unter gleichen Wettbewerbsbedingungen versichert sind. Nach Ansicht ihrer Befürworter soll die solidarische Bürgerversicherung eine Lösungsstrategie gegen die medizinische Zwei-Klassen- Gesellschaft sein. Ihre Kritiker behaupten genau das Gegenteil!

Tatsache ist, dass unser Krankenversicherungssystem weltweit zu den allerbesten gehört. Es profitiert gerade von dem Nebeneinander gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Ein vorgeschriebenes Einheitssystem würde die Probleme unseres Gesundheitswesen nicht lösen, sondern nur noch weitere Probleme schaffen. In den Ländern mit einem staatlichen Einheitssystem herrscht kaum noch Wettbewerb. Leistungen werden eher nach unten rationiert, die medizinische Grundversorgung aller Beteiligten ist auf vergleichbar niedrigem Niveau.

In diesen Ländern ist es üblich, dass man für gewünschte Topleistungen der Spitzenmedizin grundsätzlich selbst zu zahlen hat, wobei das Wort Spitzenmedizin in diesen Ländern zu relativieren ist. In unserem gegenwärtigen dualen Gesundheitssystem sind bei medizinischer Notwendigkeit Topleistungen für alle Versicherten gewährleistet. Die solidarische Bürgerversicherung würde also das Gegenteil erreichen, eine Förderung der Zwei-Klassen-Gesellschaft.

In England stehen die meisten Patienten auf Wartelisten, Leistungen werden aus Kostengründen häufig einfach verweigert, in Holland ist es ähnlich, in Frankreich hat man eine Kostenbeteiligung von 25 Prozent und in Spanien darf man nicht einmal den Hausarzt frei wählen. In Schweden entscheidet sogar die Provinzregierung über eine aufwändigere medizinische Behandlung. In all diesen Ländern besteht eine staatliche einheitliche Krankenversicherung! Die Ärzte in unserem Land sind in der Entscheidung notwendiger medizinischer Maßnahmen weitgehend frei. Der Wettbewerb des dualen Systems verhindert größere Einschnitte im gesetzlichen Leistungskatalog der GKV. Bei Einheitssystemen regieren meistens wirtschaftliche und politische Vorgaben. Die PKV bezahlt in Deutschland jährlich über 25 Milliarden Euro in unser Gesundheitssystem. Nur durch diese zusätzlichen Einnahmen können Krankenhäuser und Arztpraxen in die medizinische Zukunft investieren.

PKV: Gut für die Versorgung
Anteil der PKV an Gesamtausgaben

Ein Systemwechsel dieser Größenordnung würde natürlich Verschiebungen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich nach sich ziehen. Viele Arbeitsplätze in der Versicherungswirtschaft, in der Pharmaindustrie und in der medizinischen Betreuung würden wegfallen. Die demographische Entwicklung in unserem Land spricht eher dagegen, auf eine nur umlagefinanzierte Bürgerversicherung zu setzen. Immer weniger junge Beitragszahler müssen für eine immer ältere und kostenintensivere Versichertengemeinschaft aufkommen.

In der PKV sorgt jedes Mitglied durch individuell angesparte Altersrückstellungen auch für eine entsprechende Entlastung des gesamten Krankenversicherungssystems. Wer für das Alter vorgesorgt hat, entlastet die Solidargemeinschaft! Viel sinnvoller ist es, unser duales System weiterzuentwickeln. Beispielsweise wurde mit der Einführung des Basistarifs und des Notlagentarifs in der PKV ein wichtiger Schritt im Sinne des Solidaritätsprinzips einer Einheitsversicherung geschaffen.

Sollten Sie Fragen bezüglich Ihres Krankenversicherungsvertrages haben, stehen wir Ihnen grundsätzlich kostenlos und absolut gebühren- und honorarfrei zur Verfügung.