Das Hausarztmodell nach PKV-Tarifwechsel ist sicher

Studie zum Primärarzt in der privaten Krankenversicherung

Wer über die Reduzierung der Beiträge seiner privaten Krankenversicherung nachdenkt und seine Rechte aus § 204 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) mit der PKV-Tarifoptimierung und dem entsprechenden Tarifwechsel wahrnehmen möchte, der wird früher oder später mit dem Hausarztmodell (Primärarztprinzip) konfrontiert. Bei der Analyse der eigenen Tarifoptionen sollte das PKV-Hausarztmodell nicht sofort abgelehnt und neben allen anderen Tarifen der bestehenden PKV geprüft werden. Argumente gegen das Hausarztmodell nach einem Tarifwechsel sind der zusätzliche Aufwand für den Versicherten vor dem Facharztbesuch und die weit verbreitete Ansicht, Hausärzte seien eine Art Wald- und Wiesenärzte mit einem nur begrenzten Wissen. Dieser Ansicht widerspricht eine groß angelegte Studie durch ihre Ergebnisse. Zusätzlich zu den Ergebnissen der Studie sei noch angemerkt, dass der durch den medizinischen Laien ausgewählte Facharzt einen neuen Patienten zunächst einmal durch die Brille seiner Fachrichtung begutachtet, der Hausarzt oder der Allgemeinmediziner dagegen ist am Anfang einer Untersuchung noch nicht in irgendeine Richtung festgelegt und deshalb noch sozusagen unvoreingenommen.

In der Meta-Studie der Universität Manchester, veröffentlicht im bmj (British Medical Journal) am 17.07.2019 zur Patientensicherheit im Gesundheitswesen wird untersucht, welche Rolle die Primärversorgung (Hausarztmodell) bis zur Tertiärversorgung von Patienten bei Behandlungsfehlern durch Ärzte spielt und wie schwer die daraus resultierenden Schäden bzw. wie hoch die Kosten sind. Grundlage dieser Metaanalyse sind 70 Studien weltweit mit 337.025 Patienten im Zeitraum Januar 2000 bis Januar 2019. Zusammengefasst erleidet einer von 20 Patienten vermeidbare Schädigungen durch seine medizinische Versorgung, 10 bis 15 % der Ausgaben im Gesundheitssystem sollen direkte Folgen von diesen Behandlungsfehlern sein. Durchschnittlich 6 % der Patienten erleiden vermeidbare Schädigungen, von denen wiederum 12 % schwer geschädigt werden oder sogar versterben.

Bei den Hausärzten sind das 3 %, also nur halb so viele Behandlungsfehler im Verhältnis zu allen anderen medizinischen Disziplinen. Dabei leisten die Hausärzte in der Primärversorgung 80 % der medizinischen Arbeit insgesamt.

Mit 25 % entstehen die meisten Komplikationen bei der Medikation, gefolgt von 23 % der Schädigungen durch Fehler in der Chirurgie. Am gefährlichsten sind die Intensivstationen, hier erleiden 34 % der Patienten gesundheitliche Nachteile.

Fazit: Die hc consulting AG empfiehlt nicht in jedem Fall das Hausarztmodell nach einem Tarifwechsel. Von vorneherein ablehnen sollte man den Primärarzt aber nicht. In der Praxis reicht oft auch ein einfacher Anruf in der Hausarztpraxis aus, die Überweisung zum Facharzt kommt dann mit der Post. Hausärzte können eine Orientierung im Gesundheitswesen sein, kostensenkend ist das PKV-Hausarztmodell erwiesenermaßen. Bevor zum Beispiel die Selbstbeteiligung im Tarif in die Höhe geschraubt wird, sollte besser zuerst der Hausarzttarif ergebnisoffen geprüft werden.

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