Unterschiede zwischen GKV und PKV

In Deutschland besteht Krankenversicherungspflicht

Durch die Gesundheitsreform im Jahr 2007 gilt ab Januar 2009 für alle Bundesbürger die allgemeine Krankenversicherungspflicht. Jeder muss krankenversichert sein, und umgekehrt dürfen seitdem keine Aufnahmeanträge mehr abgelehnt werden. Für die Krankenversicherer besteht ein gesetzlicher Kontrahierungs-, der Annahmezwang. Im deutschen Krankenversicherungswesen gibt es mit gesetzlicher Krankenversicherung, der GKV und mit der privaten Krankenversicherung, PKV ein duales, also zweigleisiges System. Diese Versicherungspflicht wurde in der 2007er Gesundheitsreform nochmals dadurch verstärkt, dass seitdem neben den bundesweit etwa zehn Dutzend GKVs auch die privaten Krankenversicherer den übergreifend einheitlichen Basistarif mit einem Mindestmaß an Leistungen anbieten müssen. Der Basistarif ist weitgehend mit dem Versicherungsschutz in der GKV vergleichbar.

Die Krankenversicherung ist eines von mehreren Standbeinen der Sozialversicherung. Grundlage für die heutige GKV und PKV ist ein Gesetz des damaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck aus dem Jahre 1863. Versicherungspflichtig wurden damals in erster Linie Arbeiter sowie Angestellte mit niedrigem Einkommen. Für alle anderen Bevölkerungsgruppen galt diese neue Pflichtversicherung nicht. Ungeachtet dessen wollten und mussten sie sich ebenfalls versichern. Zu ihnen gehörten Selbstständige, Unternehmer, Landwirte, Beamte, Lehrer, Theologen und andere Gutverdienende. Das heutige private Krankenversicherungssystem entwickelte sich auf der Grundlage des Gesetzes über private Versicherungsunternehmen aus dem Jahre 1901. Beides zusammen ergibt das zweigleisige System mit privaten Krankenkassen einerseits und bundesweit etwa zwei Dutzend privaten Krankenversicherungen andererseits.

Die Zuordnung zu GKV und zur PKV ist klar geregelt. Pflichtversichert sind alle Arbeiter und Angestellten mit einem regelmäßigen Bruttoverdienst unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Die wird im Jahresrhythmus neu festgelegt. Arbeiter und Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze, sowie Selbstständige ohne Einkommensbegrenzung nach unten und oben können zwischen der freiwilligen GKV-Mitgliedschaft sowie einer Zugehörigkeit zur privaten Krankenversicherung auswählen. Beamte müssen sich privat versichern, sofern sie

Wechsel PKV und GKV

Wechsel PKV und GKV

beihilfeberechtigt sind und die Beihilfe in Anspruch nehmen. Seit jeher gibt es große Unterschiede zwischen GKV und PKV. Für den Versicherungsnehmer ist die richtige Entscheidung nicht einfach. Denn GKV und PKV können „nicht mal so eben gewechselt werden“. Ein Hopping zwischen beiden Versicherungssystemen ist schwer möglich, und der Wechsel von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist ab dem 55. Lebensjahr nur unter wenigen Umständen möglich.

Das sind die Rahmenbedingungen, unter denen sich Versicherte schon früh ernsthaft damit befassen sollten, welches der beiden Systeme zu ihnen passt: GKV oder PKV. Erst wenn diese Entscheidung getroffen ist, folgt als nächstes die Auswahl der infrage kommenden Krankenkasse beziehungsweise Krankenversicherung. Bis dahin gilt es zu rechnen, zu vergleichen, zu prüfen und abzuwägen.

Die GKV ist eine Familienversicherung, die PKV im Gegensatz dazu eine Einzel-, in dem Sinne eine Individualversicherung.

Anhand des Krankenversicherungsbeitrages, der sich am Einkommen des Hauptverdieners orientiert, sind alle anderen Familienangehörigen ohne Mehrbeitrag mitversichert. In der mehrköpfigen Familie zahlt der Ehemann als einziger und als Hauptverdiener den Krankenversicherungsbeitrag. Ehefrau und Kinder sind sozusagen kostenlos, also ohne Mehrbeitrag mitversichert, unabhängig von der Kinderzahl. In der PKV ist die Situation konträr dazu. Versicherungsnehmer ist der Hauptverdiener, jedes Familienmitglied ist ein einzelner Mitversicherter. Jeder von ihnen ist mit seinen eigenen Tarifen versichert. Für die Familie wird ein einziger Versicherungsschein ausgestellt, in dem jeder Einzelne mit seinen Tarifen aufgeführt ist. Der Gesamtbeitrag wird in einer Summe vom Versicherungsnehmer an die PKV gezahlt.

Der GKV-Beitrag ist zeitlebens einkommensabhängig, während in der PKV der Monatsbeitrag für die einzelnen Tarife nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten kalkuliert und erhoben wird.

Seit dem ersten „Bismarckschen Gesetz“ gilt in der GKV das Solidaritätsprinzip. Danach sieht sich die Sozialversicherung für diejenigen verantwortlich, die hilfebedürftig sind. Das ist ein insgesamt sehr dehnbarer Begriff. Zu dieser Solidarität gehört auch ein niedriger Versicherungsbeitrag bei geringem Einkommen und umgekehrt. Der Geselle zahlt monatlich weniger an seine GKV als der Meister in seinen besten Berufsjahren. Der zahlt wiederum als Rentner deutlich weniger, weil sein Renteneinkommen niedriger sein kann als das bisherige Erwerbseinkommen. Kurz gesagt: Wer viel verdient, der zahlt auch viel, bis zu einer Obergrenze. Wer wenig verdient, zahlt auch wenig. In der PKV ist die Gesamtsituation anders. Private GKV_Kennzahlen_03-2015_Export.inddKrankenversicherer sind Unternehmen der freien Wirtschaft. Sie müssen wirtschaftlich kalkulieren und erhalten zu keinem Zeitpunkt eine staatliche Unterstützung. Der tarifliche Beitrag ist losgekoppelt vom Einkommen. Das führt in jungen Jahren bei einem hohen Einkommen zu deutlich niedrigeren Beiträgen gegenüber der GKV, und das bei einer sichtbar besseren medizinischen Versorgung. Den PKV-Beitrag der Rentner können wir nachweislich durch kostenlose Tarifoptimierung niedrig halten. Dennoch ist die Frage des zu erwartenden Einkommens als Rentner wichtig für die Entscheidung: GKV oder PKV. Wir beraten Sie. Der privat versicherte Rentner erhält von seinem Rentenversicherungsträger einen Zuschuss, der an die Rentenhöhe gekoppelt ist. Dieser Zuschuss ist identisch mit dem Zuschuss, den der GKV-Versicherte erhält.

 

 

Der GKV-Versicherte muss das nehmen, was ihm seine gesetzliche Krankenkasse bietet, während Angehörige der PKV ihren Versicherungsumfang weitgehend selbstbestimmten.

Rechtsgrundlagen für die gesetzlichen Krankenkassen sind die §§ 1, 12 und 27 SGB V, des fünften Sozialgesetzbuches. Entscheidend ist die Definition, „dass alle Versicherten grundsätzlich den gleichen Leistungsanspruch haben. Der Umfang wird durch § 12 Abs. 1 SGB V begrenzt . Danach müssen die Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein, und sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“ Das bedeutet im Klartext, dass der Gesetzgeber den gesetzlichen Krankenkassen ihr Leistungsspektrum weitgehend vorgibt. Der GKV-Versicherte muss sich damit abfinden. Er hat innerhalb der Säule GKV keine Chance, sich anders oder besser zu versichern. Millionen Versicherte kennen aus eigener, leidvoller Erfahrung, wie restriktiv und einschränkend diese gesetzlichen Leistungen im Einzelfall sein können. Im Gegensatz dazu steht dem Privatversicherten das weite Feld einer optimalen medizinischen Versorgung offen; von Medikamenten über Apparatemedizin bis hin zur ärztlichen Behandlung. Hier findet ein kommerzieller Dienstleistungsaustausch zwischen Medizin-Anbietern und Patient statt. Der Versicherte kann sich für den Basistarif entscheiden, aber auch für die im doppelten Sinne erstklassige Vollversicherung. Bessere Tarife und Wahltarife kosten mehr Geld, dafür wird auch mehr geboten und geleistet. In diesem Spannungsfeld liegt die Schwierigkeit für alle PKVs, die Vertragsleistungen nach den einzelnen Tarifen über die Beiträge zu finanzieren. Das ist in diesen Monaten und Jahren der EZB-Niedrigzinspolitik umso schwieriger, weil die Erträge aus den Kapitalanlagen der Versicherer auf ein Mindestmaß schrumpfen. Diese Mindereinnahmen müssen durch Mehreinnahmen ausgeglichen werden. Die einzige Möglichkeit dazu sind Anpassungen oder Erhöhungen des PKV-Beitrages.

 

Diese Unterschiede machen deutlich, wie schwierig es für den Krankenversicherungspflichtigen ist, sich in jungen Jahren für den richtigen Weg zu entscheiden.

Dem GKV-freiwillig oder Pflichtversicherten, der sich einen dauerhaft oder auch nur vorübergehend besseren Versicherungsschutz wünscht, bietet die PKV eine tarifbezogene Zusatzversicherung an. An den damit verbundenen Kosten beteiligt sich der Arbeitgeber nicht. Der Arbeitgeberzuschuss bleibt immer auf das krankenversicherungspflichtige Einkommen begrenzt. Er beträgt seit Januar 2015 die Hälfte von 14,6%, also 7,3% und ist auf diesem Niveau bis auf Weiteres eingefroren. Auch die GKVs erhöhen regelmäßig ihren Krankenversicherungsbeitrag, und zwar mit dem file-preview-infografik-beitragserhoehungeinkommensabhängigen Zusatzbeitrag und dem allgemeinen Beitragssatz. Der Zusatzbeitrag muss vom Versicherten alleine getragen werden, ohne Beteiligung des Arbeitgebers. Das wird mit der Stabilisierung beziehungsweise einer Reduzierung der Lohnnebenkosten begründet. Zu denen gehört auch der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung mit Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Den GKVs ist eine Rücklagenbildung als Kapitalansammlung untersagt.

Vorhandene Überschüsse müssen an die Versicherten erstattet, wie es heißt ausgeschüttet werden. In der PKV ist das Bilden von Rücklagen geradezu ein Muss. Zu denen gehören auch die Altersrückstellungen. Sie sind ein rechnerischer Beitragsanteil für jeden Versicherungsnehmer. Der wird in jungen Jahren zu seinen Gunsten zurückgelegt und im späteren Rentenalter auf seinen Beitrag angerechnet, ihm sozusagen gutgeschrieben.

Sich mit seiner Krankenkasse oder Krankenversicherung vor Gericht zu streiten ist wenig ratsam und nur in seltenen Fällen aussichtsreich.

Auch in der gerichtlichen Zuständigkeit unterscheiden sich GKV und PKV. Das Sozialgerichtsgesetz SGG und die Sozialgerichte sind für Rechtsstreitigkeiten mit der GKV zuständig, während alle Unstimmigkeiten mit der PKV vor den Zivilgerichten ausgetragen werden. Außergerichtliche Ansprechpartner für den Privatversicherten sind der neutrale Ombudsmann sowie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin in Berlin.

Als Resümee bleibt festzuhalten,

dass die Unterschiede zwischen GKV und PKV kaum größer sein können. Für einen Teil der Bevölkerung, etwa 10 – 20 %, macht die PKV Sinn, und das bis zum Lebensende. Für die große Mehrheit ist die gesetzliche Krankenversicherung GKV besser geeignet. Wir helfen Ihnen bei der Suche nach der Antwort auf die Frage: GKV oder PKV? Das machen wir seit Jahrzehnten. Die von uns betreuten Privatpatienten werden über die gesamte Vertragslaufzeit beraten. Hierzu gehört auch der kostenlose PKV Tarifwechsel. Mit der Tarifoptimierung lassen sich höhere PKV-Beiträge gut in den Griff bekommen.