Was sind Altersrückstellungen in der PKV?

Die Altersrückstellungen oder auch Alterungsrückstellungen der privaten Krankenversicherung PKV sind ein wesentliches Merkmal der Finanzierung einer PKV und ein entscheidender Vorteil und Unterschied gegenüber der Finanzierung von gesetzlichen Krankenkassen, der GKV. Mit den Altersrückstellungen in einer PKV (insgesamt in 2019: > 264 Milliarden EURO) wird der Kostenfaktor des Älterwerdens der privat Versicherten ausgeglichen. Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn es keine weiteren Gründe für steigende Kosten wie den medizinischen Fortschritt, eine Steigerung der Lebenserwartung oder sinkende Zinsen für die Altersrückstellungen geben würde, dass der Beitrag einer PKV ein Leben lang gleich hoch bleiben würde. Und das obwohl ältere Menschen mehr Kosten im Gesundheitswesen verursachen als jüngere Versicherte. Wegen der Alterungsrückstellungen der PKV gibt es keine „Vergreisung“ von PKV-Tarifen. Die Vermutung der Vergreisung von geschlossenen und alten bisex PKV-Tarifen ist ein häufiger Irrtum bei der Wahl eines neuen Tarifes bei der PKV-Tarifoptimierung mit dem Tarifwechsel gem. § 204 VVG innerhalb einer bestehenden privaten Krankenversicherung.

Wer erst seit einigen Jahren privat versichert ist, der kann einen Teil seiner Altersrückstellungen beim Wechsel in eine andere PKV mitnehmen (Übertragungswert). Langjährig PKV-Versicherte haben dieses Mitnahmerecht nicht. Ein Nachteil entsteht deswegen aber in der Regel nicht. Grundsätzlich ist vom Wechsel einer PKV abzuraten. Tarife mit einem Mitnahmerecht der Altersrückstellungen sind wegen der durch den Abgang von Kapital (durch die Kündigung von Versicherten unter Mitnahme der Rückstellungen zu einer anderen PKV) entstehenden Kosten für die Versichertengemeinschaft teurer als die guten alten bisex Tarife ohne das Mitnahmerecht. Nach einem Tarifwechsel § 204 VVG in einen Tarif mit dem Mitnahmerecht oder in einen unisex-Tarif, können nur solche Alterungsrückstellungen zu einer anderen PKV mitgenommen werden, die nach dem Tarifwechsel gebildet werden. Beim PKV-Tarifwechsel bleiben die Altersrückstellungen zu 100 % erhalten und werden mit in den neuen Tarif genommen.

Die oben genannten Umstände führen bei vielen PKV-Versicherten zu einer gewissen Ohnmacht bzw. zum Gefühl des Ausgeliefertseins gegenüber ihrer privaten Versicherung. In Anbetracht der Krankenversicherungspflicht in Deutschland kann dieses Gefühl durch einige objektive Tatbestände oft relativiert werden. Eine Alternative zur eigenen PKV ist nur die fast immer teurere GKV oder eine andere PKV. Die GKV kostet in 2019 jeden Monat 850 EURO und für Rentner pro zur Verfügung stehende 1.000 EURO im Monat 160 EURO. Hat ein Rentner 3.000 monatlich zum Ausgeben, so zahlt er 480 EURO GKV-Beitrag. Andere private Krankenversicherungen kochen auch nur mit Wasser, das Gras auf der anderen Seite des Ufers ist nicht grüner.

Durch den kostenlosen PKV-Tarifwechsel verfügen die Versicherten der PKV darüber hinaus über ein gut funktionierendes Instrument zur dauerhaften Reduzierung der eigenen PKV-Beiträge nach dem persönlichen Bedarf. Am Ende bleibt die Tatsache, dass Beiträge zur Krankenversicherung (GKV und PKV) schlicht und ergreifend hoch sind.

Neue PKV-Kunden müssen die Altersrückstellungen von Null an aufbauen. Die Höhe der Altersrückstellungen wird durch die Kalkulationsverordnung der PKV und durch die Politik (im 10 %igen gesetzlichen Zuschlag) geregelt. Die Bundesregierung hält die Höhe der Altersrückstellungen und die PKV-Beiträge im Alter im Auge. Die Faustregel der hc consulting AG lautet: Ist man mindestens 25 Jahre in einer PKV versichert und verfügt gleichzeitig im Rentenalter über überdurchschnittliche Einnahmen, dann ist eine private Krankenversicherung nicht nur besser, sondern auch günstiger als eine GKV.

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